Münch Naturheilkunde - Praxis für natürliche Regenerations- und Heilverfahren in Neufahrn und München

Münch Naturheilkunde

Teebaumöl – Herstellung, Eigenschaften und Anwendung

Teebaumöl – Melaleuca alternifolia

Das Teebaumöl (Tea-Tree-Oil) ist die Essenz des australischen Teebaumes und
wird durch Wasserdampfdestillation der Blätter gewonnen. Der australische Teebaum gehört zur Familie der Myrtengewächse und innerhalb dieser Familie zur Gattung der Melaleuca-Gewächse. Über 300 Melaleuca-Varianten verteilen sich über ganz Australien. Sie unterscheiden sich im Aussehen und in der Qualität des ätherischen Öles. Nur das ätherische Öl der Art Melaleuca alternifolia besitzt außerordentliche Eigenschaften. Durch seine einzigartige Zusammensetzung weist es eine außerordentlich starke, keimtötende Wirkung auf und ist ein hervorragendes Antiseptikum. Das Öl von Melaleuca alternifolia gilt als das „Echte Teebaumöl“, an dem sich die australischen Qualitätsnormen orientieren. Laut Wikipedia handelt es sich bei Teebaumöl um ein Gemisch aus ca. 100 Substanzen. Hervorzuheben sind (+)-Terpinen-4-ol (etwa 40 %), a-Terpinen (etwa 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Geschichte

Die australischen Ureinwohner, die Aborigines, schätzten schon seit Jahrtausenden die Heilkraft des Teebaumes. Sie behandelten Wunden und Geschwüre mit zerkleinerten Teebaumblättern. Bei Erkältungen, Grippe, Fieber und Verstopfung inhalierten sie den Dampf zerkleinerter, in Wasser gekochter Blätter oder schlürften deren Sud.

Der Name „Teebaum“ ist auf Captain Cook, der 1770 die australische Küstenregion besuchte, zurückzuführen. Er und seine Seeleute kochten aus den Blättern einen frischen würzigen Tee. Der Teebaum hat jedoch nichts mit dem Teestrauch (camellia sinensis) zu tun, von dem die Blätter für schwarzen Tee geerntet werden.
Bild eines Teebaums - Melaleuca alternifolia

Erste wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkung des Tea-Tree-Öles wurden 1925 von A. Penfold veröffentlicht. Er stellte fest, dass Teebaumöl sehr viel stärkere, keimtötende Wirkstoffe enthält (ca. 12xstärker) als das zu jener Zeit verwendete Antiseptikum Phenol. In den 70er Jahren durchgeführte Untersuchungen ergaben, dass Teebaumöl auch stark pilztötende Eigenschaften besitzt.

Möglicherweise nutzten die Aborigines als Wundauflage traditionell auch die Blätter kleinblättriger Teebaumarten wie Melaleuca alternifolia. Wegen des Herstellungsverfahrens abwegig erscheint hingegen eine traditionelle Nutzung des Teebaumöls durch die Ureinwohner Australiens.

Eine in wissenschaftlichem Rahmen durchgeführte Destillation von Teebaumöl gelang erstmals 1925. Kurz darauf wurden weitreichende fungizide und bakterizide Eigenschaften beschrieben. Bis zur Entdeckung des Penicillins galt Teebaumöl damit als antiseptische Alternative zum Phenol. Es erlangte praktisch die Bedeutung eines Standardantiseptikums für Operationen, besonders im Mundraum.

Die damalige Ölproduktion basierte auf australischen Wildbeständen und betrug weniger als 10 Tonnen pro Jahr[5]. Während des Zweiten Weltkrieges war Teebaumöl Bestandteil aller Erste-Hilfe-Ausrüstungen der in den Tropen stationierten australischen Truppen.

Als nach dem Krieg Penicillin und sehr bald auch andere Antibiotika zur Verfügung standen, geriet es zunächst in Vergessenheit. Ab den 1970er Jahren erfreute sich das Teebaumöl als „Naturprodukt“ wieder einer steigenden Beliebtheit. Das zunehmende Bevölkerungsinteresse an Präparaten der Ethnomedizin ließ die Ölproduktion von 80 Tonnen im Jahr 1987 auf 750 Tonnen im Jahr 1992 anwachsen.

Eigenschaften des Teebaumöls

Teebaumöl hat eine sehr starke antimikrobielle Wirkung. Im Vergleich zum relativ giftigen Phenol ist das Teebaumöl 11 bis 13 Mal wirksamer und damit beispielsweise viel stärker bakterizid als Eukalyptusöl (Phenolkoeffizient etwa 3,5). Neben der belegten antimikrobiellen Wirkung von Teebaumöl werden weitere Wirkungen behauptet, wie das Abfangen überschießender Immunreaktionen nach Insektenstichen. Wenn Teebaumöl in zu niedrigen Dosen angewendet wird, kann es die Widerstandsfähigkeit und Resistenzen von Bakterien gegenüber Antibiotika fördern. Wegen möglicher Hautreizungen sollte das Öl verdünnt aufgetragen werden.

Aktuelle Anwendung

Teebaumöl findet aufgrund seiner antiseptischen, antibakteriellen und fungiziden Wirkung in reiner Form Verwendung in der Alternativmedizin, z. B. zur Therapie von Akne, Neurodermitis, Psoriasis vulgaris, in der Wundbehandlung, bei Hühneraugen, diabetischen Gesundheitsschäden, Läuse-, Krätze-, Floh- und Zeckenbefall, sowie Dellwarzen. Außerdem wird es bei Muskelschmerzen, Rheuma, Raucherhusten und Krampfadern empfohlen.

Für (alternativ-)medizinische Zwecke wird Teebaumöl aus dem Australischen Teebaum (Melaleuca alternifolia) gewonnen. Daneben werden gelegentlich auch ätherische Öle aus Leptospermum-Arten und anderen Melaleuca-Arten, wie zum Beispiel das ausMelaleuca leucadendra gewonnene Cajeputöl und das aus Melaleuca viridiflora gewonnene Niauli-Öl, unter der Bezeichnung „Teebaumöl“ geführt. Eine pharmazeutische Qualität des Teebaumöls ist im Europäischen Arzneibuch beschrieben. Teebaumöl wird auch in kosmetischen Präparaten verwendet: in Shampoos, Hand- und Körpercremes (besonders bei unreiner Haut, wie Akne), in Deodorants, Badezusätzen, Seifen, Zahnpasta, Mundwässern, Rasierölen. Bei Pilz- und Bakterienbefall der Haut (z. B. bei Akne, Fußpilz) werden zumeist Zubereitungen mit 5 bis 10 % Teebaumöl verwendet. Bei Anwendungen im Mundraum muss Teebaumöl sehr stark verdünnt werden. Die Konservierung von vielen kosmetischen Produkten ist mit Teebaumöl möglich.1

Auch in der Tierpflege sind äußere Anwendungen von Teebaumöl bekannt, sollten aber wegen der geeigneten Dosierung mit einem fachkundigen Therapeuten abgesprochen werden, da die Inhaltsstoffe für Tiere giftig sein können.

Download Gesundheitsbrief als PDF

 

Bei Fragen zu diesem Thema oder anderen gesundheitlichen Anliegen sind wir gerne für Sie da.

Ihr Münch Naturheilkunde Team

Zum Seitenanfang